08. Juni 2008
Gute Argumente für ein Sozialticket:
In Dortmund gibt es seit dem 1. 2. 2008 ein Sozialticket zum verträglichen Preis von 15 Euro im Monat.
Ein Sozialticket ist auch bei uns in Gelsenkirchen dringend notwendig und sinnvoll angesichts einer noch höheren Arbeitslosenquote als in Dortmund. Soziale Mobilität muss gewährleistet werden; sie ist ein Menschenrecht. Umwelt- und klimafreundliches Bus- und Bahnfahren darf daher kein Luxusgut sein! Bei einem Regelsatz des Arbeitslosengeldes 2 für Alleinstehende von nur 351 Euro im Monat sind die aktuellen Fahrpreise für Erwerbslose und geringer Verdienende so gut wie unbezahlbar. Eine Einzelfahrt der Preisstufe A innerhalb Gelsenkirchens kostet nach diversen Preiserhöhungen mittlerweile stolze 2,10 Euro. Die Fahrpreise werden sogar noch weiter steigen. Ein Sozialticket für Erwerbslose und geringer Verdienende würde ferner die Zahl der Schwarzfahrer senken. Das war ein entscheidendes Argument bei der Einführung eines Sozialtickets in Berlin. Außerdem muss wegen des Klimawandels umweltfreundliches Bus- und Bahnfahren gezielt und vor Ort gefördert werden.
Sozialtickets gibt es außer In Dortmund bereits in Berlin (33,50 Euro pro Monat) , in Köln (25 Euro) und im Verkerhsverbund Rhein-Sieg. Im Kreis Unna ist ein Sozialticket beschlossen worden für 15 Euro im Monat; die Bochumer SPD hat sich dafür ausgesprochen. Gelsenkirchen sollte diesen positiven Beispielen folgen und sich als soziale Stadt zeigen.
Zur Finanzierbarkeit muss festgestellt werden, dass auch in Gelsenkirchen die Steuereinnahmen erheblich gestiegen sind. Bereits im Jahr 2006 nahm die Stadt 55 Millionen Euro mehr ein als vorher von Experten geschätzt. Ein ausgeglichener Haushalt ist mittlerweile in Sicht. Das sollte den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt zugute kommen, die bereits viele Sparopfer über Jahre hinweg gebracht haben. Ferner kann den vorliegenden Erfahrungen und Studien nach ein Sozialticket sogar weitgehend kostenneutral eingeführt werden, weil viele Kunden hinzugewonnen werden.
Der ver.di-Erwerbslosenausschuss des Bezirks Emscher-Lippe Süd, die Hartz IV-Selbsthilfegruppe, die Initiative Links und das Industrie- und Sozialpfarramt im evangelischen Kirchenkreis Gelsenkirchen-Wattenscheid unterstützen die Forderung nach einem Sozialticket.
Franz Schart

